Manisch-depressive Erkrankungen (bipolare Störung)

Unter einer bipolaren Erkrankung werden Phasen von depressiven Episoden und Phasen von gehobener oder gereizter manischer Stimmung verstanden. Die Beschwerden, die bei der bipolaren Erkrankung auftreten können sind entweder depressive Symptome mit vermehrter Traurigkeit, sozialem Rückzug, vermehrtem Grübeln, Konzentrationsstörungen, Schlafstörungen, Antriebsstörungen oder Beschwerden der manischen Erkrankung im Sinne gehobener oder gereizter Stimmung, Ruhelosigkeit, Rededrang, Ideenflucht, Hemmungslosigkeit, Kritiklosigkeit, vermindertes Schlafbedürfnis, überhöhte Selbsteinschätzung, erhöhte Ablenkbarkeit, gesteigerte Libido. Häufig kommen im Kindes- und Jugendalter jedoch auch Mischzustände vor, bei denen sowohl depressive als auch manische Symptome zugleich vorliegen.

Äußere Einflüsse wie Drogen und Alkohol müssen ausgeschlossen werden, ebenso körperliche Erkrankungen.

Häufig besteht eine positive Familienanamnese, d.h. auch andere Familienmitglieder leiden an einer bipolaren Störung. Überschneidungen mit dem Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitätssyndrom sowie Angststörungen und Substanzmissbrauch (Drogen, Alkohol) kommen vor.

Die Therapie setzt ein frühzeitiges Erkennen der bipolaren Erkrankung voraus. Eine Kombination aus Aufklärung und Information für das Kind/Jugendlichen und der Eltern, eine medikamentöse Behandlung, Psychotherapie und psychosoziale und reintegrative Maßnahmen sind erforderlich. Ziel der Behandlung muss ein, erneute Krankheitsphasen (Rezidive) zu verhindern, insbesondere um eine psychosoziale Entwicklungsbeeinträchtigung zu vermeiden. Die Rezidivprophylaxe (Phasenprophylaxe) ist deshalb von größter Wichtigkeit. Psychotherapie zur Krankheitsverarbeitung, insbesondere Akzeptanz der Erkrankung, Erkennen individueller Stressoren und Regulation von Stimmung, Antrieb und Schlaf-Wach-Rhythmus ist nötig.

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