Tic-Erkrankung, Tourette-Syndrom

Unter Tics werden plötzlich einschießende, wiederholende, unwillkürliche kurze Bewegungen umschriebener Muskelgruppen (motorische Tics) oder vokale (stimmhafte) und verbale Äußerungen (vokale Tics) verstanden. Die Beschwerden können Augenblinzeln, Grimmassieren, Schulterrucken, Grunzen, Schnüffeln oder komplexmotorische Tics mit Haare zurück streichen, Berührung, sich im Kreis drehen oder komplexvokale Tics mit Wörter oder ganze Sätze ausstoßen sein. Bei erhöhter emotionaler Anspannung wie Ängsten oder bei Freude können sich die Tics verstärken. Auch in Situationen mit vermehrter Müdigkeit sind die Tics häufiger. Insgesamt ist die Variabilität bezüglich Zahl, Art und Häufigkeit und Intensität der Tics erheblich. Tic-Erkrankungen können gleichzeitig mit emotionalen Veränderungen wie Depressionen, Ängsten oder zwanghaften Symptomen auftreten. Auch ein gemeinsames Auftreten mit dem Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktiviäts-Syndrom ist vermehrt möglich.

Neben ausführlicher Anamnese, psychiatrischer und neurologischer Untersuchung sowie Elternberatung, insbesondere über das Nichtbeachten der Symptome ist ggf. eine zusätzliche Verhaltens- und Entspannungstheapie nötig. Bei chronischen Tics und bei gleichzeitigem Auftreten von motorischen und vokalen Tics (das wird dann Tourette-Syndrom genannt) sowie bei Tics mit Zwangssymptomen kann auch eine medikamentöse Behandlung erwogen werden.

Tourette-Gesellschaft

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